Arthrose der Schulter

Definition:

Es handelt sich hierbei um eine progressive, degenerative Erkrankung des Schultergelenkes oder Schulter-Eckgelenkes. Im internationalen Vergleich gibt es den Begriff der Arthrose eigentlich nicht, es wird von einer sogenannten Osteoarthritis oder Osteoarthrosis deformans gesprochen. Dabei handelt es sich nicht, wie häufig angenommen, um eine altersbedingte Abnutzung der Gelenke, sondern um wiederholte entzündliche Prozesse, welche auf Grund von biomechanischer Fehlbelastung oder biochemischen Veränderungen ausgelöst werden. Dabei kann es im Verlauf zu Formveränderungen des Gelenkes kommen, welche bis hin zu biomechanischen Einschränkungen führen können.


Symptome:

Im Allgemeinen sind die Symptome sehr unterschiedlich und müssen nicht zum Grad der Degeneration des Schultergelenks passen. Klassische beschrieben werden Anlaufschmerzen nach längerer Ruhe wie zum Beispiel nach dem Nachtschlaf. Bei zunehmenden strukturellen Veränderungen der Gelenke, können auch Schmerzen die sich bei 

stärkerer Belastung einstellen, beobachtet werden.

 


Ursachen:

Am Häufigsten kann von einer Fehlbelastung durch statische Gegebenheiten oder Arbeitssituationen ausgegangen werden. Aber auch Stoffwechselprobleme auf Grund von diabetischen Grunderkrankungen oder Bewegungsmangel können als Auslöser angenommen werden. Im Regelfall ist es eine Kombination verschiedener Faktoren, die zum Auslösen einer entzündlichen, degenerativen Episode beim Patienten führen.


Diagnostik:

Am Ehesten können degenerative Veränderungen der Schulter mittels Röntgen beurteilt werden. Um bei entzündlichen Prozessen das umliegende Weichteilgewebe besser beurteilen zu können wird mitunter auch ein MRT oder CT angeordnet.


Therapie:
In den meisten Fällen kann in eine aktivierte und eine asymptomatische Arthrose unterscheiden werden. Je nach Schweregrad und Symptomatik können unterschiedliche Therapieformen angewandt werden. Befindet sich der Patient in keinem entzündlichen Prozess ist Physiotherapie und moderate sportliche Betätigung Mittel der Wahl. Die Intensität richtet sich nach dem Ausmaß der Schädigung und dem subjektiven Beschwerdebild des Patienten während und nach der Belastung. Ist das Schultergelenk gerade reaktiv entzündlich, sollten NSAID als Erstmedikation angewandt werden plus moderate körperliche Aktivität. Ist keine Symptomreduktion unter Medikation plus Physiotherapie zu verzeichnen sollte nach 4-6 Wochen eine Behandlung mittels Kortikosteroiden erfolgen. Hyaloronsäure und ACP-Therapie (Autologous Conditioned Plasma) zeigen in qualitativ hochwertigen Studien momentan keine ausreichende therapeutische Wirkung. Zu starker Gelenkverschleiß plus entsprechend starker Symptome des Patienten machen irgendwann eine prothetische Versorgung notwendig. Im Laufe der letzten Jahre hat sich die Inverse-Prothese als Versorgung durchgesetzt.


Prognose:

Da die Ursachen meist sehr verschieden sind und häufig auch nicht abschließend geklärt werden können, ist eine einheitliche Prognose schwierig. Wurde eine Prothese eingesetzt behalten die Patienten auf Grund der mechanischen Besonderheiten eine Bewegungseinschränkung zurück. Die prothetische Versorgung sollte nur als letztes Mittel der Wahl vorgenommen werden, wenn alle anderen Therapieoptionen versagt haben und der Patient starke Symptome aufweist. Unter diesen Voraussetzungen hat der Patient durch das Einsetzen einer Prothese dann auch einen Mehrwert.