Impingement/SASP

Definition:

Es handelt sich dabei um ein Einklemmen von Weichteilstrukturen unter dem Schulterdach. Betroffen sein können die Sehnen der Rotatorenmanchette sowie die Bursa Subacromialis. In diesem Zusammenhang wird in der neuesten Leitlinie der Begriff SAPS (subacromial-pain-Syndrom) definiert. Er umfasst nicht nur das klassische Einklemmen von Strukturen unter dem Schulterdach sondern alle Schmerzsyndrome unter dem Schulterdach, auch wenn diese nicht durch ein Einklemmungsphänomen begründet werden können. Dies erscheint sinnvoll da die klassische Beschreibung von „Impingement" nicht alle Krankheitsbilder von Patienten abdecken kann.


Symptome:

Oft tritt beim seitlichen Heben des Armes zwischen 90-120° ein deutlicher Schmerz auf. Wenn der Patient den Arm darüber hinaus bewegt reduzieren sich die Schmerzen oder verschwinden ganz. Aber auch beim endgradigen Heben des Armes kann es im Bereich des Schulterdachs zu Schmerzen kommen.  Bei längerem Anhalten plus häufigem Auslösen der Beschwerden kann es zu einer stärkeren Entzündung kommen, wodurch vor allem abends in Ruhe verstärkt Schmerzen auftreten können.


Ursachen:

Sind z.B. Häufiges Arbeiten über Kopf, Monotones Arbeiten am PC, Bewegungsmangel. All dies kann zu einer Fehlkoordination und/oder Überlastung der Schultermuskulatur führen und somit beim Heben des Armes zu einem Einklemmen von Weichteilstrukturen.


Diagnostik:

Es gibt keinen Test der allein zur Diagnosestellung geeignet ist. In der Physiotherapie kommen folgende Tests in Kombination zur Anwendung: Zur Bestätigung der Diagnose sind der Hawkins-Kennedy Test, „painful arc" Test und der Krafttest des M. infraspinatus geeignet. Um eine Verletzung der Rotatorenmanchette auszuschließen sind der „drop arm" Test und die Krafttests für den M. supraspinatus/infraspinatus notwendig. Weitere Möglichkeiten der Differenzialdiagnostik sind Ultraschall und MRT. Im Regelfall finden weiterführende diagnostische Maßnahmen aber erst nach Fortbestand der Beschwerden länger 6 Wochen statt.


Therapie:

Die Ausgewählte Therapie sollte aktiv unter Berücksichtigung geringer Intensität und hohen Wiederholungszahlen erfolgen. Spezielle Therapieprogramme unter Berücksichtigung des Schulterblattes sind gegenüber allgemeinen unspezifischen Trainingsanwendungen im Vorteil. Das Training sollte exzentrische Übungsfolgen enthalten und auch Dehnung der Muskulatur. Die Behandlung Myofaszialer Triggerpunkte ist ebenfalls nachgewiesen ein Mittel zur Rehabilitation. Ein ruhigstellen oder passives Mobilisieren der Schulter bringt nachweislich keinen Behandlungserfolg und sollte daher vermieden werden. Schmerzen können mit Hilfe orale Medikament erstbehandelt werden. Besteht der Schmerz länger als 6 Wochen ist eine weiterführende Diagnostik (primär Ultraschall zum Ausschluss von Muskelrupturen) durch den Arzt und gegebenenfalls eine Injektion mit Cortikosteroiden indiziert. Operative Maßnahmen sind nicht Mittel der Wahl zur Behandlung und bieten keinen therapeutischen Vorteil gegenüber Physiotherapie und Co, bei höherem Behandlungsrisiko. Ist die Ursache für SASP eine Tendinitis Calcerea ist Stoßwelle das Mittel der Wahl zur Behandlung.


Prognose:

Besteht der Schmerz weniger als 6 Wochen und wird entsprechend den bestehenden Leitlinien von fachkundigem Personal behandelt sind die Erfolgsaussichten für eine völlige Remission der Beschwerden sehr gut. Sollten die Beschwerden schon deutlich länger bestehen und schon zu einer Schmerzchronifizierung geführt haben ist mit einem deutlich

größeren Behandlungsaufwand zu rechnen. Ein vollständiger Behandlungserfolg ist dann nicht sicher.


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Leitlinie
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Übungen vs. OP
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Spezifische vs. nichtspezifische Übungen
Specific exercise versus nonspecific.pdf
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